Bitte beachten:
Bei einem Besuch im Metropolis Kino gilt, solange ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stehen, nur ein einmaliger Eintritt im gesamten Gültigkeitszeitraum. Sondervorstellungen sind ausgenommen!
Die Freikarte gilt im Metropolis nur jeweils 1x pro Studierenden im gesamten Zeitraum von 4 Monaten!!!!!
Cinema of Attraction - 100 Jahre Panzerkreuzer Potemkin
Mit Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (Bronenosez Potemkin, SU 1925, 50′, restaurierte Nadeltonfassung von 1930) nahm die Sowjetavantgarde vor genau 100 Jahren ihren Platz im Weltkino ein, mit einer Begebenheit aus der gescheiterten 1. Russischen Revolution 1905. Matrosen der zaristischen Schwarzmeerflotte protestieren gegen vergammeltes Fleisch. Sie sollen als Meuterer erschossen werden, doch die Solidarität der Kameraden (»Brüder!«) verhindert dies. Die Offiziere werden verjagt und ein im Gemenge getöteter Matrose in der Stadt aufgebahrt, solidarisch betrauert von der Bevölkerung. Auf der Treppe von Odessa richten darauf zaristische Kosaken ein Massaker an, bis der Panzerkreuzer solidarisch eingreift. Der Film unterläuft den realistischen Illusionismus durch virtuos gehandhabte Kontraste auf allen Ebenen: schockhafte Bildkollision, grafisch geordnete Volumen, unerwartete Zeitraffungen und Zeitdehnungen (Treppenmassaker). Wir zeigen den Klassiker mit der berühmten, in Geräusch überspringenden Filmmusik von Edmund Meisel, entstanden 1926 in Berlin in Zusammenarbeit mit Eisenstein, in der Tonfilmzeit 1930 auf Schallplatte gepresst, ergänzt um Sprache und Geräusche, 2005 von Martin Reinhart und Thomas Tode wiedergefunden und restauriert. Nur hier lässt sich die polit-proletarische Klangwelt der 1920er im Original hören: ein aggressiver, bruitistischer, zitathafter Soundtrack, der auf der Tonspur Klassenkampf betreibt und durch den Massenchor das Kollektiv betont. Es ist zugleich einer der ersten synchronisierten Filme, denn die Matrosen sprechen Deutsch, ein seitdem oft wiederholtes Wunder. »Brüder« rufen sie uns zu. Der Vorfilm La Revolution en Russie (FR 1905, 4′) zeigt die Meuterei auf dem Panzerkreuzer Potemkin als beinahe tagesaktuelle Wochenschau: nachinszeniert von Lucien Nonguet mit französischen Schauspielern und uraufgeführt vier Wochen nach dem wirklichen Ereignis vom Juni 1905.
Adresse:
Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
20354 Hamburg
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