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Yael Inokai © Jacintha Nolte

Yael Inokai und Johanna Sebauer

Literaturhaus Hamburg

Es sind oft Zufälle, die das eigene Leben durcheinanderwirbeln und ihm eine neue Richtung geben. Das müssen auch die Figuren in den neuen Romanen von Yael Inokai und Johanna Sebauer erfahren.

In »Die Auster« (Hanser Berlin) wird die Putzfrau Leonora Bloch in einen Kriminalfall hineingezogen. Ihr Arbeitgeber Dr. Bronstedt, Leiter eines Nobelkaufhauses, liegt ermordet in seiner Villa. Leonora ist die erste am Tatort – und beseitigt pflichtschuldig die Blutspuren. Pointiert und melancholisch verhandelt Inokai das prekäre Leben inBerlin, Einsamkeit und Suche nach Zugehörigkeit »im Off eines Kriminalromans«.

Hendrik Popom, Sebauers Hauptfigur in »Popóm« (DuMont), will nur kurz im Kiosk einkaufen. Dann geschieht das Ungeheuerliche: Er begegnet sich selbst. Gespannt folgt man der unterhaltsamen Neuinterpretation des Doppelgängermotivs und Hendriks hilfloser Suche nach Antworten: »Meeting oneself possible?, googelte ich, und Can I exist in other person?«

Yael Inokais »Ein simpler Eingriff« wurde 2022 mit dem Anna-Seghers-Preis und 2023 mit dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet. Mit »Die Auster« ist sie für den Schweizer Buchpreis nominiert. Johanna Sebauer, die viele Jahre in Hamburg gelebt hat, erhielt für »Das Gurkerl« beim Bachmann-Wettbewerb 2024 den 3sat-Preis und den Publikumspreis. »Popóm« ist ihr zweiter Roman.

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