Achtung: aufgrund von Corona kann es zu Veränderungen bei den teilnehmenden Kultureinrichtungen kommen. Bitte checkt im Vorfeld immer unsere Webseite!

Vorübergehende Schließung des Archäologischen Museums Hamburg und Stadtmuseums Harburg - mehr Infos hier.

Keine Ausgabe von FREIKARTEN an der Abendkasse!
Bitte beachtet, dass im SchauSpielHaus nur ein begrenztes Kartenkontingent vorhanden ist und keine FREIKARTEN an der Abendkasse ausgegeben werden!
FREIKARTEN können ab 24 Stunden vor Vorstellungsbeginn über den Onlineverkauf oder am Vorstellungstag bis zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn an der Tageskasse gebucht werden – eine telefonische Reservierung ist nicht möglich. Der Buchungscode ist FREIKARTE2020.

Liebe Studierende, die Freikarte für Erstsemester beginnt am 1. November 2020 und geht bis 28. Februar 2021. Viel Spass wünscht Euch Euer FK-Team.

Deutsches Schauspielhaus 27.11.2020, 18:30 Uhr Beachte bitte, dass Du nur bis zum 31. Januar umsonst mit der Freikarte diese Veranstaltung besuchen kannst.

Reich des Todes

Die Krise boomt und mit ihr die Macht der Politiker, die sie zu managen haben. Überall wird in Menschen- und Bürgerrechte eingegriffen, vorübergehend mag das notwendig sein, doch es ist auch die Sternstunde der Autokraten: Orbàn, Erdoğan, Kaczyński, der polnische Justizminister Ziobro, sie alle benutzen die unumgängliche Bekämpfung der Pandemie, um ihre Herrschaft weiter nachhaltig auszubauen.
„Vive la crise!“, dieses Zitat von Proust könnte Rainald Goetz seinem neuen Theaterstück voranstellen, denn auch er beschreibt eine Regierung, die im Schatten einer drohenden Gefahr mit Furor und vermeintlich patriotischem Eifer Demokratiezerstörung betreibt. Es geht um den „Krieg gegen den Terror“, den George W. Bush unmittelbar nach den Anschlägen von 9/11 deklarierte. Wie jetzt? Wieso beschäftigt sich Goetz erst heute mit dem, was im Namen dieses Krieges an Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen in Amerika selbst, vor allem aber auch im völkerrechtswidrigen Irakkrieg geschah? Inklusive der Übergriffe und Folterungen in amerikanischen Gefangenenlagern wie Abu Ghraib? Journalistisch sind diese Ereignisse doch umfassend dokumentiert. Nun, um Dokumentation geht es Rainald Goetz ganz offensichtlich nicht: Die realen Personen der Zeitgeschichte, Bush und sein Regierungskabinett sowie die Täter*Innen von Abu Ghraib verbannt er in eine „Hades“ betitelte Aufzählung unterhalb seines Personalverzeichnisses. Die Stückfiguren nehmen zwar die gleichen Positionen ein, Goetz gibt ihnen aber andere Namen, die auch an Persönlichkeiten aus verschiedenen Zeiten erinnern: Roon, preußischer Kriegsminister des 19. Jahrhunderts, Kelsen, der berühmte Verfassungsrechtler der Weimarer Republik, oder auch Schill, ehemaliger „Richter Gnadenlos“ und Innensenator in Hamburg. Diese Mehrdeutigkeit hat System: Ständig fordert Goetz zu neuen Kontextualisierungen auf, zum Teil durch direkte Anspielungen, beispielsweise auf den deutschen Faschismus. Zum anderen setzt er mehr assoziative Impulse durch Mottos, Zwischentitel, Musiken, die er zitiert, Nebenwelten, die unausgesprochen mitschwingen, dem Stück dennoch eine größere Reichweite verleihen. Goetz versucht – grundsätzlich und spielerisch zugleich – über Strukturen von Machtpolitik und Machtmissbrauch nachzudenken. Krisen können Sternstunden für Autokraten, auch Diktatoren werden, das zeigt die Geschichte. Goetz stellt in diesem Zusammenhang die finstere Frage: Welche Faktoren müssen denn zusammenkommen, damit der Exzess, das „Böse, Kaputte“ Oberhand gewinnen kann?


Adresse:
Deutsches Schauspielhaus
Kirchenallee 39
20099 Hamburg
Routenplanung

Thalia Theater Alstertor 25.11.2020, 20:00 Uhr (R)Evolution zur Veranstaltung
Deutsches Schauspielhaus 28.11.2020, 19:30 Uhr Geschichten aus dem Wiener Wald zur Veranstaltung
St. Pauli Theater 18.12.2020 - 19.12.2020, 21:00 Uhr Heilig Abend zur Veranstaltung

Liebe Studierende

Im Planetarium könnt Ihr in diesem Jahr, ohne Ausnahme, aber nach Verfügbarkeit, zu ALLEN Veranstaltungen gehen.

www.planetarium-hamburg.de