Deutsches Schauspielhaus 08.12.2017, 20:00 Uhr Beachte bitte das Du nur bis zum 31. Dezember umsonst mit der Freikarte diese Veranstaltung besuchen kannst.

Rose Bernd

von Gerhart Hauptmann

Es spielen:Lina Beckmann, Gregor Bloeb, Markus John, Martin Pawlowsky, Michael Prelle, Maik Solbach, Julia Wieninger, sowie:Emilia Bourmudis-Anastasiadou, Lara Eck, Gloria Neubauer, Wanja Bella Schäfer , Leonie Schuckmann, Emma Torner, Chor:James Bleyer, Robin Cadet, Dennis Feuerhacke, Ingmar Grapenbrade, Marlon Hangmann, Jarryd Haynes, Maik Mensching, Fernando Ost, Matthias Quax, Felix Radcke, Johan Richter, Mohammad Sabra, Don Schmidt, Alexander Solomonov, Christian Suder, Gerrit von Waldow
Regie:Karin Henkel, Chorleitung:Christine Groß, Bühne:Volker Hintermeier, Kostüme:Adriana Braga Peretzki, Musik:Arvild J. Baud, Licht:Hartmut Litzinger, Ton:Christoph Naumann, Roman Schneider, Video:Marcel Didolff, Alexander Grasseck, Dramaturgue:Sybille Meier

Rose Bernd glaubt, den einzigen Fehltritt, den sie sich je in ihrem jungen Leben geleistet hat, ganz alleine wieder gutmachen zu können. So willigt sie ein in die Heirat mit dem unattraktiven, aber begüterten August Keil, dem Wunschkandidaten ihres religiös rigorosen Vaters. Und sie beendet ihr heimliches Liebesverhältnis mit dem verheirateten Flamm. Niemand ahnt von ihrer Schwangerschaft. Doch zufällig ertappt der Schwerenöter Streckmann die beiden bei ihrem letzten Stelldichein. Noch ist sie überzeugt, sich selbst aus ihrer Not befreien zu können: Sie lässt sich auf die körperliche Erpressung des gewalttätigen Streckmann ein, bloß, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Doch zuletzt zerbricht sie an der gnadenlosen Härte dieser männerdominierten und moralisch fadenscheinigen Welt, unter deren Oberfläche jeder wie ein Tier nur nach dem eigenen Vorteil giert. Rose Bernd weiß sich – dem Wahnsinn nahe – keinen anderen Ausweg, als ihr neugeborenes Kind zu töten.

Gerhart Hauptmanns Meisterwerk von 1903 gleicht einem Krimi Noir. Die dialektgefärbte Kunstsprache erzeugt eine dichte düstere Atmosphäre, die mit tragischer Wucht erst nach und nach die verhängnisvollen Ereignisse enthüllt, die Rose Bernd durchleiden muss. Inmitten einer Gesellschaft, die in ihrer gefühlskalten Habgier und selbstgerechten Engstirnigkeit ein erdrückendes Klima aus Gewaltbereitschaft und Unmenschlichkeit erzeugt, rührt ihr einsamer Kampf zutiefst.

Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen

Foto: Lalo Jodlbauer
18.12.2017, 18:32 Uhr zur Veranstaltung