Thalia Theater Alstertor 08.12.2017, 20:00 Uhr Beachte bitte das Du nur bis zum 31. Dezember umsonst mit der Freikarte diese Veranstaltung besuchen kannst.

Geld

Im zweiten Teil der "Trilogie meiner Familie" ist es der naive Glaube an das ganz große Geld, der alle antreibt. Jetzt verkauft Nana, Tochter von Gervaise aus „Liebe“, ihre Reize in den Theatern von Paris. Einer ihrer Liebhaber, der Spekulant Saccard, verspricht seinen Aktionären, ihr Kapital auf wundersame Weise zu vermehren. In Kaufhäusern und Banken, den Tempeln des aufstrebenden Kapitalismus, träumen die Menschen vom Aufstieg in ein besseres Leben.

Ein Varietétheater in Paris. Alle warten auf den Auftritt von Nana, der Tochter der an Armut und Alkohol zugrunde gegangenen Wäscherin Gervaise, die wir im ersten Teil dieser Trilogie, „Liebe“, kennengelernt haben. Auch Saccard wartet auf den neuen Stern am vergnügungssüchtigen Himmel. Er hat schon viel über das neue Mädchen gehört, das Funken über die Straßen und Bühnen der Großstadt sprüht. Als Spekulant gründet Saccard gerade eine große Unternehmung, mit der er das ganze Mittelmeer befahren und den Orient erobern will. Syrien soll das Sprungbrett seiner Operationen werden. Er träumt davon, sein Kapital auf wunderhafte Weise zu vermehren. Dafür ist er noch auf der Suche nach Geld, viel Geld.

Regisseur Luk Perceval setzt mit „Geld“ seine „Trilogie meiner Familie“ aus den Romanen des großen französischen Naturalisten Émile Zola fort. Wieder geht es um Sucht, diesmal ist es nicht das Verlangen nach Alkohol und Liebe, das die Menschen umtreibt, sondern ihre Gier nach Sicherheit und Geld – und die erregende Vorstellung von dessen exponentieller Vermehrung mit den Mitteln des beginnenden Kapitalismus. Zola, der mit den Romanen „Nana“, „Das Paradies der Damen“ und „Das Geld“ die Vorlagen für diesen Theaterabend schuf, schildert als Zeitzeuge haargenau, mit welch naivem Enthusiasmus die ersten großen Kaufhäuser, Börsengeschäfte und Spekulationen betrieben
und begrüßt wurden. Von ihrer Vision endloser Expansion verblendet, fliegen seine Figuren mit wächsernen Flügeln in die Sonne.

©-Thomas-Braun
Altonaer Theater 23.12.2017, 19:00 Uhr DIE FEUERZANGENBOWLE zur Veranstaltung
© Frank Gooßen
Ernst Deutsch Theater 19.12.2017 - 22.12.2017, 16:00 Uhr König Drosselbart zur Veranstaltung
© Matthias Horn
Deutsches Schauspielhaus 31.12.2017, 18:00 Uhr Effi Briest – allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie zur Veranstaltung