Deutsches Schauspielhaus 15.12.2019, 18:00 Uhr Beachte bitte, dass Du nur bis zum 31. Dezember umsonst mit der Freikarte diese Veranstaltung besuchen kannst.

Der Kaufmann von Venedig

Komödie von William Shakespeare
in einer Übersetzung von Werner Buhss

Repertoire
Es spielen: Jonas Hien, Jan-Peter Kampwirth, Matti Krause, Carlo Ljubek, Joachim Meyerhoff, Angelika Richter, Maximilian Scheidt, Gala Othero Winter, Musiker:Dirk Dhonau, Vlatko Kucan, Yuko Suzuki
Regie:Karin Beier, Bühne:Johannes Schütz, Kostüme:Eva Dessecker, Musik:Jörg Gollasch, Ton:Hans-Peter ›Shorty‹ Gerriets, Lukas Koopmann, Licht:Annette ter Meulen, Dramaturgie:Christian Tschirner

Premiere am 27/01/2018
SchauSpielHaus

2 Stunden, 45 Minuten Eine Pause.

Es herrschen goldene Zeiten in der Republik Venedig. Die Kapital- und Warenströme fließen, die Welt rückt zusammen, die Schuldenberge wachsen, und bis es zu dem fatalen Handel zwischen dem christlichen Kaufmann Antonio und dem verachteten jüdischen Geldverleiher Shylock kommt, scheinen alle darauf zu vertrauen, dass dies ewig so weitergehen wird.

Ein Pfund Fleisch von Antonios Körper fordert Shylock, falls der Kredit, den er ihm gewährte, nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden kann. Der Zahltag bricht an, Antonios Untergang scheint unvermeidlich, denn Shylock dringt nun unbarmherzig auf die Begleichung der Schuld. Von Gnade will der verspottete und diskriminierte Jude nichts wissen. Sein Insistieren auf die Rechtsgültigkeit seines Anspruchs wird vor dem christlichen Gericht allerdings mit einem juristischen Kniff aus der Trickkiste des Kasperletheaters beantwortet; der entrechtete Shylock steht einmal mehr als armer Teufel und Verlierer da.

»Der Kaufmann von Venedig« enthält in den Figuren des selbstlos liebenden Kaufmanns Antonio, des unbarmherzigen Wucherers Shylock, als auch in der Konstruktion des Gerichtsprozesses, in dem Shylock den Part des kapitalistischen Sündenbocks zu spielen gezwungen wird, alle Zutaten des europäischen Antisemitismus. Zugleich entfaltet Shakespeare facettenreich und beispielhaft das dialektische Verhältnis einer christlichen Mehrheitsgesellschaft zu einer diskriminierten jüdischen Minderheit. Wo und wann immer an den Heilsversprechen von Kapitalismus und Globalisierung gezweifelt wird, erwachen offenbar die alten identitären Stammesmuster von der eigenen Anständigkeit und der Barbarei „der ewig Anderen“ zum Leben und fordern die Opferung von Sündenböcken.


Adresse:
Deutsches Schauspielhaus
Kirchenallee 39
20099 Hamburg
Routenplanung

Thalia Theater Alstertor 17.12.2019 - 18.12.2019, 12:30 Uhr Die Rote Zora zur Veranstaltung
Lichthof Theater 27.12.2019 - 28.12.2019, 20:15 Uhr CUM-EX PAPERS zur Veranstaltung
St. Pauli Theater 10.12.2019 - 22.12.2019, 20:00 Uhr Monsieur Claude und seine Töchter zur Veranstaltung

Liebe Studierende

Im Planetarium könnt Ihr in diesem Jahr, ohne Ausnahme, aber nach Verfügbarkeit, zu ALLEN Veranstaltungen gehen.

www.planetarium-hamburg.de